Was bedeutet ein FCA für die Erlösstruktur eines Batteriespeichers?
Eine Restriktionsanalyse von suena energy
Flexible Netzanschlussvereinbarungen – sogenannte Flexible Connection Agreements (FCA) – werden für Batteriespeicher zunehmend zum Standard. Statt eines festen, uneingeschränkten Netzzugangs verpflichtet sich der Anlagenbetreiber dabei, Einspeisung und Bezug zeitweise zu reduzieren, wenn es die lokale Netzsituation erfordert.

Für die Branche bedeutet das vor allem eins: Unsicherheit. Sowohl bei der inhaltlichen Ausgestaltung als auch bei der technischen Umsetzung gibt es bislang kaum verlässliche Vergleichswerte – dabei hat die konkrete Ausgestaltung eines FCA direkten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit eines Speicherprojekts.
Der Frage, wie groß dieser Einfluss ist, wollten wir auf den Grund gehen und haben deshalb eine Restriktionsanalyse zu den drei FCA-Ausgestaltungsvarianten der MITNETZ STROM durchgeführt.
Alle Ergebnisse finden Sie in der Kurzanalyse:
Zwei Stellhebel des Netzbetreibers
Zwei Faktoren nehmen im MITNETZ-Gebiet Einfluss auf die Erlösstruktur eines Batteriespeichers:
die technischen Anschlussbedingungen (TAB) gemäß § 19 EnWG und § 20 NAV, konkret die zulässige aFRR-Rampenrate, und
die gewählte FCA-Variante.
MITNETZ STROM hat für ihr Netzgebiet drei FCA-Ausgestaltungsvarianten definiert. Alle drei begrenzen das Leistungsband für Einspeisung und Bezug in Abhängigkeit von der PV- und Windleistung einer Referenzanlage. Der Unterschied liegt im Knickpunkt, ab dem die Begrenzung greift – je niedriger dieser Knickpunkt, desto schärfer die Restriktion.
Die Methodik im Überblick
Für die Analyse haben wir einen fiktiven Graustrom Standalone Speicher (10 MW / 20 MWh) in der MITNETZ-Region mit Hilfe eines Backtests für das Jahr 2025 betrachtet. Als Referenzszenario dient der Speicher im unrestringierten Betrieb, frei optimiert über eine Multi-Markt-Strategie über alle Märkte hinweg – ohne TAB oder FCA.
Diesem Referenzszenario haben wir zwei TAB-Szenarien (eine langsame und eine schnelle aFRR-Rampe) sowie alle drei FCA-Varianten gegenübergestellt und den jeweiligen Effekt auf den Trading-Profit ermittelt.
Die Ergebnisse
Die Unterschiede sind deutlich: Je nach Kombination aus TAB-Szenario und FCA-Variante reduziert sich der Erlös des Speichers gegenüber dem Referenzszenario zwischen 16,5 % und 47,6 %.
Zwei Faktoren bestimmen dabei das Ausmaß der Einbuße
Die TAB-Rampenrate wirkt als Basiseffekt: Eine langsame aFRR-Rampe verschärft die FCA-bedingten Verluste in jeder Variante deutlich gegenüber einer schnellen Rampe.
Der Knickpunkt der FCA-Variante wirkt als Verstärker: Von der mildesten zur schärfsten Variante verdoppelt bis verdreifacht sich die absolute Einbuße nahezu, unabhängig vom TAB-Szenario.
Für die Projektierung und Wirtschaftlichkeitsrechnung von Batteriespeichern im MITNETZ-Gebiet ist die konkrete Ausgestaltung des Netzanschlusses damit ein wesentlicher Werttreiber – sowohl die Verhandlung der aFRR-Rampenrate als auch die gewählte FCA-Variante sollten frühzeitig in die Standortbewertung einfließen.
Die vollständige Analyse
In der Kurzanalyse finden Sie die detaillierte Übersicht aller drei FCA-Varianten, die zugrunde liegenden TAB-Szenarien sowie die vollständige Erlöstabelle mit allen sechs untersuchten Kombinationen.




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