Co-Location wirtschaftlich denken: Wie Batteriespeicher im Zusammenspiel mit Wind und Sonne zur Ertragsquelle werden
- Elena Müller

- 18. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 22. Aug.
ca. 6 Min. Lesezeit
Batteriespeicher gelten als Schlüsseltechnologie der Energiewende. Besonders vielversprechend ist ihr Einsatz in sogenannten Co-Located-Projekten – also dort, wo Speicher gemeinsam mit PV- oder Windanlagen an einem Netzverknüpfungspunkt betrieben werden. Diese Konfigurationen ermöglichen eine effizientere Netznutzung, zusätzliche Erlösquellen und tragen wesentlich zum Zubau von Speicherkapazitäten in Deutschland bei. Doch: Co-Location ist nicht gleich Co-Location. Die Wirtschaftlichkeit hängt maßgeblich vom Zusammenspiel aus Projektsetup, regulatorischem Rahmen und Handelsstrategie ab.
Je nach Konfiguration unterscheiden sich Co-Location-Projekte teils deutlich in ihrer bilanziellen Struktur und Vermarktungslogik – mit spürbaren Auswirkungen auf die wirtschaftliche Performance des Speichers.
Im klassischen Modell sind Speicher und EEG Anlage zwar technisch getrennt, teilen sich aber den Netzverknüpfungspunkt. Der Speicher kann flexibel am Markt teilnehmen, muss sich jedoch netzseitig der Einspeisepriorität der EE-Anlage unterordnen – was die wirtschaftlich optimale Nutzung einschränken kann.
Hybride Modelle erlauben eine engere Kopplung: Speicher und Erzeuger werden gemeinsam optimiert, Fahrpläne abgestimmt. Das schafft neue Vermarktungsspielräume – etwa zur gezielten Bereitstellung von Regelleistung oder zur Glättung volatiler Einspeisung – erfordert jedoch auch eine präzise vertragliche Ausgestaltung.
Grünstromspeicher unterliegen besonders strengen Vorgaben: Sie dürfen ausschließlich mit lokal erzeugtem Strom geladen werden. Diese Einschränkung begrenzt zwar den Marktzugang, ermöglicht aber EEG-basierte Vergütungsmodelle – was für bestimmte Projektstandorte durchaus attraktiv sein kann.
Welche wirtschaftlichen Vor- und Nachteile sich aus den drei Projektmodellen ergeben – etwa hinsichtlich Flexibilität, Speicherzyklen oder erzielbarer Erlöse – haben wir in einer simulationsgestützten Vergleichsstudie untersucht. Die detaillierten Ergebnisse, inklusive konkreter Fallbeispiele und Szenarienanalysen, finden sich in unserem neuen Whitepaper „Co-Located Speicherprojekte richtig vermarkten lassen“.

Speicherüberbauung: Netzkapazität strategisch nutzen
Neben der Projektkonfiguration spielt auch die technische Dimensionierung eine entscheidende Rolle für die Wirtschaftlichkeit.
Ein Aspekt, der in der Praxis häufig unterschätzt wird, ist die gezielte Überbauung des Speichers – also die Installation zusätzlicher Kapazität über die eigentliche Netzanschlussleistung hinaus. Werte zwischen 75 % und 100 % Überbauung ermöglichen es, ertragreiche Zeitfenster besser zu nutzen und mehr Flexibilität ins System zu bringen. Besonders in Hybridmodellen mit flexibler Fahrweise zahlt sich eine hohe Überbauung aus – technisch wie wirtschaftlich.
Der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit: Multi-Market-Optimierung
Ein wirtschaftlich robuster Speicherbetrieb gelingt nur, wenn mehrere Märkte gleichzeitig bedient werden – etwa Day-Ahead-, Intraday- und Regelleistungsmärkte (FCR, aFRR). Gerade in Co-Location-Projekten, wo EE-Anlage und Speicher eng verzahnt sind, ist diese Multi-Market-Optimierung entscheidend → und ihre Automatisierung macht den Unterschied.
Genau hier setzt suenas KI-gestützter Energy Trading Autopilot an: Er analysiert in Echtzeit…
Wetter- und Erzeugungsprognosen,
Marktdaten und Preissignale,
technische Systemparameter wie Ladezustand und Degradation.
Auf dieser Basis erstellt der Energy Trading Autopilot regelkonforme Fahrpläne & Handelsentscheidungen werden vollautomatisch ausgeführt.
Die Vorteile:
Arbitragepotenziale werden optimal ausgeschöpft,
Prognoseabweichungen können kurzfristig ausgeglichen werden,
und Regelenergieanforderungen werden sicher erfüllt.
Welche Rolle die Multi-Market-Strategie konkret in unterschiedlichen Projektkonfigurationen spielt – und wie sich diese operativ umsetzen lässt –zeigen wir im Whitepaper, wie sich Strategien in der Praxis auszahlen – unter realitätsnahen Bedingungen.
Ein Blick lohnt sich besonders für alle, die Speicherprojekte nicht nur technisch denken, sondern ganzheitlich bewerten und umsetzen wollen.

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